Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Experten bestätigen, dass in Deutschland bis zu 16 % aller Kinder einen allergischen Schnupfen haben, bis zu 14 % leiden an einem allergischen Asthma. Die klassischen Auslöser sind: Milben, Pollen, Tierhaare und -epithelien, Schimmelpilze und Insektengifte.
Die beste Vorsorgemaßnahme, um das Risiko einer allergischen Erkrankung zu senken, ist das Stillen. In vielen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Kinder, die mindestens vier Monate voll gestillt werden, seltener unter allergischen Erkrankungen leiden als Kinder, die nicht ausschließlich mit Muttermilch ernährt werden. Beikost, wie Saft, Brei und Gemüse, sollte frühestens ab dem vollendeten vierten Lebensmonat, besser noch nach vollendetem sechsten Lebensmonat hinzukommen.
Haustiere
Einige Haustiere bergen für allergiegefährdete Kinder ein erhöhtes Erkrankungsrisiko; hierzu gehören vor allem Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen.
Hausstaubmilben
Hausstaubmilben finden sich bevorzugt in Staub, Teppichen, Polstern, Matratzen und Kuscheltieren. In einem normalen Haushalt ist es kaum möglich, die Milben vollständig zu vermeiden; dennoch können einige Vorsichtsmaßnahmen dazu beitragen, ihr Vorkommen auf ein Minimum zu reduzieren. Die Böden in Kinderzimmern sollten feucht gewischt werden können und nicht mit Teppichboden ausgelegt sein. Für kleinere Kinder eignen sich hier waschbare Krabbeldecken, die auf den Boden gelegt werden.
Schimmelpilze
Schimmelpilze und feuchte Räume erhöhen das Allergierisiko und sollten deshalb unbedingt vermieden werden. Sorgen Sie für ein kühles, trockenes Raumklima und lüften Sie regelmäßig und mehrmals täglich die Wohn- und Schlafräume kräftig durch. Doch auch an Lebensmitteln sind Schimmelpilze strikt zu meiden, indem sie Obst und Gemüse zum Beispiel im Gemüsefach im Kühlschrank lagern und Küchenabfälle nicht offen liegen lassen.
Rauchen
Rauchen während der Schwangerschaft wie auch das spätere Passivrauchen des Kindes erhöhen das Allergierisiko. So führt zum Beispiel Passivrauchen bei allergiegefährdeten Kindern zu einer ständigen Reizung der Atemwege. Hierdurch steigt vor allem das Risiko, an allergischem Asthma zu erkranken. Vermeiden Sie es deshalb, Ihr Kind Tabakrauch auszusetzen, und achten Sie darauf, dass die Räume, in welchen sich das Baby aufhält, grundsätzlich rauchfrei gehalten werden.
Starker Juckreiz
Starker Juckreiz und entzündete Hautstellen können erste Anzeichen für eine Neurodermitis sein. Wird bei Ihrem Kind eine Neurodermitis festgestellt, gibt es viele Möglichkeiten die Beschwerden zu lindern. Ein Drittel aller Kinder mit Neurodermitis haben eine Lebensmittelallergie. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind eine Lebensmittelallergie hat, sollte dieser durch entsprechende Tests und Verfahren in der Arztpraxis erhärtet und abgesichert werden.
"Als Eltern von allergiekranken Kindern passt man sich schnell an " - sagt Sylvia Kloetzel von einer Selbsthilfegruppe. "Bei Hausstauballergie wird das Bettzeug in "Encasings" verpackt, der Teppichboden rausgerissen und Parkett verlegt. Pollenallergiker verbringen den Urlaub künftig an der Nordsee oder im Gebirge. Pollenschutzfenster sind ein Muß und gelüftet wird nur noch zwischen 22.00 und 5.00 Uhr, wenn keine Pollen mehr unterwegs sind. Auch ein Pollenfilter im Auto wird zur Pflicht."
Der Stress - vor allem der Mütter - kann gemildert werden, wenn das Zusammenspiel zwischen Betroffenen, Familie und Arzt gut klappt. Zum Glück gibt es zahlreiche Hilfsmittel und Möglichkeiten, um das Leben der kleinen Allergiker zu erleichtern.
Empfohlene Links:
Die pina-Infoline bietet die Möglichkeit, Fragen zur Allergievorbeugung direkt an pina zu stellen. pina ist ein neuer Verein, der sich um die Vorbeugung von Allergien und Asthma kümmert. pina steht für "Präventions- und Informationsnetzwerk Allergie/Asthma". Es wird von Ärzten verschiedener Fachrichtungen unterstützt, von Krankenkassen, medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen sowie von privatwirtschaftlichen Unternehmen.
Was ist ein Luftikurs? Der Luftikurs ist eine Schulung, ein Training für asthmakranke Kinder und Jugendliche. Das Ziel ist es, dem Betroffenen nicht nur Wissen über die Erkrankung zu vermitteln, sondern ihn auch in die Lage zu versetzen, richtig zu handeln. Das Kind soll das Asthma beherrschen und nicht das Asthma das Kind. Das dies möglich ist, haben die wissenschaftlichen Auswertungen der Asthmaschulungen in der Vergangenheit gezeigt: Kinder nach Asthmaschulung haben weniger Angst, weniger Notfallsituationen, weniger Krankenhausaufnahmen und dafür mehr Selbstsicherheit, bessere körperliche Belastbarkeit und höhere Zufriedenheit mit dem Umgang mit dem Asthma in der Familie.
Weil das Kind mit seinem Asthma nicht alleine dasteht und das Asthma viele Auswirkungen auf die ganze Familie hat, wendet sich der Luftikurs nicht nur an das Kind, sondern auch an die Eltern.
Informationsangebot Allergie, Umwelt und Gesundheit (ALLUM)
Das Informationsangebot Allergie, Umwelt und Gesundheit (ALLUM) richtet sich an alle interessierten Bürger, insbesondere an Eltern, betroffene Familien und Patienten, die mehr über Allergien (z.B. Asthma, Heuschnupfen, atopische Dermatitis) und ihre Auslöser sowie über Umweltschadstoffe, deren gesundheitliche Auswirkungen und über sinnvolle Vorbeugungsmaßnahmen erfahren möchten.


